Gendermedizin und -gesundheit in der politischen Arena

Die Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und Regenbogenfamilien der LGBTQIA+-Community beschäftigt das Schweizer Parlament. So fordert der Nationalrat einen Bericht zur medizinischen Versorgung von trans Jugendlichen.
In der Frühjahrssession der Bundesversammlung stimmte eine überwältigende Mehrheit des Nationalrats für ein Postulat der Nationalrätin und Kinderchirurgin Bettina Balmer zur Qualität der Gesundheitsversorgung für trans Jugendliche in der Schweiz.
Der Bundesrat hat nun die Aufgabe, eine objektive Bestandsaufnahme der aktuellen Gesundheitssituation vorzunehmen – insbesondere hinsichtlich des Zugangs von trans Jugendlichen zu medizinischen Leistungen.
Auch eine Interpellation von Anna Rosenwasser greift das Thema der Gesundheitsversorgung von Kindern, Jugendlichen und Regenbogenfamilien der LGBTQIA+-Community in der Schweiz kritisch auf.
Die Antwort des Bundesrates zeigt, dass eigenständige Erhebungen des Bundes zu dieser Bevölkerungsgruppe weiterhin fehlen. Deshalb unterstützt er auch das Postulat Balmer und möchte die Chancengleichheit der LGBTQIA+-Community in der neuen Strategie für nichtübertragbare Krankheiten, Sucht und psychische Gesundheit berücksichtigen. Neue Bundesstatistiken lehnt er hingegen aufgrund der finanziellen Situation des Bundes ab.
Die beiden Vorstösse machen exemplarisch deutlich, dass Fragen zu Geschlecht und Gender im Gesundheitswesen von gesellschaftlicher und politischer Bedeutung sind und so ihren Weg in die politische Arena finden.
NFP 83 stärkt wissenschaftliche Evidenz
Die Projekte des Nationalen Forschungsprogramms NFP 83 zu Gendermedizin und -gesundheit tragen dazu bei, die wissenschaftliche Evidenz in Bezug auf die LGBTIQ+-Community zu stärken und die erwähnten Datenlücken zu verkleinern sowie die medizinische Versorgung zu verbessern.
Mehrere NFP 83-Projekte nehmen die Gesundheitversorgung der LGBTIQ+-Community in den Fokus – von der Primärversorgung über Palliativepflege bis hin zu reproduktiver Gesundheit. Mehr zu den Projekten findet sich in den nachfolgenden Links.
Dokumentation des Geschlechts in Patientendossiers
Verbesserung der LGBTI-Primärversorgung durch E-Learning
Inklusive Palliativversorgung für LGBTIQ+ Personen
Reproduktive Gesundheit von trans/genderdiversen Personen
Versorgung neu denken: Wie intergeschlechtliche Personen besser
unterstützt werden könnenLGBTQ+-gerechte Gesundheitsversorgung für junge Erwachsene
- Postulat 25.4155 Bettina Balmer
- Interpellation 25.4634 Anna Rosenwasser
- Projektübersicht NFP 83
- NFP 83-Projekt «Dokumentation des Geschlechts in Patientendossiers»
- NFP 83-Projekt «Verbesserung der LGBTI-Primärversorgung durch E-Learning»
- NFP 83-Projekt «Inklusive Palliativversorgung für LGBTIQ+ Personen»
- NFP 83-Projekt «Reproduktive Gesundheit von trans/genderdiversen Personen»
- NFP 83-Projekt «Versorgung neu denken: Wie intergeschlechtliche Personen besser unterstützt werden können»
- NFP 83-Projekt «LGBTQ+-gerechte Gesundheitsversorgung für junge Erwachsene»